Hier ein kleiner Tourbericht. Alles aus meiner persönlichen Sicht geschrieben und daher keine Bandmeinung. ;)
Lange hatte ich mich schon darauf gefreut. Das Booking (von mir) lief im Vorfeld sehr einfach, d.h. es gab zwar viele der üblichen Nicht-Antworten, aber eben auch viele, die gleich zugesagt, zumindest aber geantwortet haben. Unsere erste Tour 2010 lag ja noch nicht allzu lange zurück,
und ruft immer noch gute Erinnerungen wach und so war ich gespannt wie es diesmal werden würde…
23.3. Freitag/ Karlsruhe / Proberaum
Fast schon traditionell waren wir Freitag nachmittag mal wieder etwas spät dran, wobei es diesmal wohl auch echt nicht früher geklappt hätte.
Der Plan: 5 Leute (Band + Hanni, für Merch und fahren) + komplette Backline (inklusive Luxus, wie Ersatzgitarre) + persönlicher Krempel + Merch in einen Chrysler Voyager modernerer Bauart.
Dank Tetris-Methode passte dann alles gerade so rein und es ging los.
Circa 2,5 Stunden Fahrt bis Karlsruhe vergehen dann auch recht flott, in einer WG mit lecker Essen versorgt und dann zu der kleinsten Location der Tour. Der Proberaum von (u.a.) Ghost of Wem, nahe Bahnhof. Als Burn it Out loslegen, war der Laden dann auch gut voll, was ob der Größe des Raums natürlich nicht verwunderlich, jedoch sehr geil ist. Nach dem gut reingehenden HC-Punk von Burn it Out, spielen wir.
Alles klappt ganz gut, den Leuten scheints auch zu gefallen. Trotz ganzen zwei Proben vor der Tour, verspielen wir uns nicht gravierend. Guter Auftakt.
24.3. Samstag/ Frankfurt / IVI
Gut dass das noch (recht kurzfristig geklappt hat). Das IVI war mir davor kein Begriff, aber es stellte sich als besetztes (und räumungsbedrohtes) Gebäude auf dem Campus heraus. Passend dazu war der Konzertraum auch ein ehemaliger Hörsaal mit den bekannten Sitzreihen, zu welchen quer die “Bühne” aufgebaut wurde. Leider hatten Zaskae (noch kurzfristiger) wieder abgesagt, für welche eine lokale Thrash Metal Band einsprang. Ich hör ja selbst gern Metal und fand den oldschooligen, thrashigen Stil der Band auch sehr ansprechend, allerdings finde ich, lassen sich Metalszene und Punkszene (im weitesten Sinne), rein realistisch betrachtet, doch irgendwie nicht zusammenbringen, so nah musikalische Überschneidungen auch sein mögen.
Das soll allerdings auch keine Kritik an den Veranstalter_Innen sein, ich bin sehr froh, dass noch kurzfristig eine Band aufgetrieben werden konnte. Danach wurde mit den gängigen Trash Liedern noch gefeiert, bis ein gewisses Bandmitglied mit seinem nicht vorhandenen Auflege-Skills “geglänzt” hat, und die Party jäh beendet schien.
25.3. Sonntag / Münster / Baracke
Definitiv der Tiefpunkt der Tour. Aber von vorn. In Frankfurt recht im Eimer, aber sehr zeitig losgefahren, da in Münster die Matinee Show mit Kadavar und Aqua Nebular Oscillator anstand. Pünktlich in Münster dann da und gut gelaunt. Gab auch allen Grund dazu: das Konzert wurde von den supernetten Alpinist Leuten organisiert, die auch ein zweigängiges (und fantastisches) Menü auftischten. Die Baracke ist ja ein Neubau mit (noch) zu kahlen Wänden, außen strahlender Sonnenschein und sehr sommerlich für März.
Und hier lag dann wohl auch irgendwie unser Dilemma. Um 18.30 Uhr in einem durch Rollos halbdunklen Raum, in den oben trotzdem noch die Sonne hereingeschienen hat, während die Leute noch draußen sein wollten, bzw. waren oder wieder dahin gingen, Düstermusik zu spielen ist einfach nix. Bzw, wir können das scheinbar nicht. So wurde unser Auftritt ziemlich mies, was sich dann auch in diversen Patzern äußern sollte. Naja ‘ne Show unsererseits zum Vergessen für alle Beteiligten.
Kadavar waren sehr geil anzuschauen, allerdings war ich zu sehr noch geknickt, um es richtig zu genießen.
26.3. Montag / Hamburg / Gaußplatz
Nach einer ruhigen Nacht im Hause Jan Hardcore, ging es dann richtung Nordosten, nach Hamburg. Ursprünglich als Konzert im Gängeviertel geplant, musste es, aufgrund einer Begehung des Geländes am folgenden Tag, auf den Wagenplatz Gaußstraße verlegt werden. Das Metier Bauwagenplatz war uns auch nix neues. Im November ‘11 waren wir schon in Köln am “Wem gehört die Welt” zugegen. Und vieles erinnerte mich auch daran.
Der charakteristische Geruch von Holzfeueröfen beispielsweise. Leider war das Wetter doch sehr frisch, was einen aufgrund des noch sommerlichen Vortags doch frieren ließ. Als erstes spielten rha. aus Hamburg und Umgebung mit einer Mischung aus
Screamo / Hardcore / Crust, was ich richtig gut fand. Für einen Montagabend war die Kneipe am Gaußplatz dann mit rund 30 Leuten aller Coleur auch richtig voll und unser Set lief ziemlich gut.
Gepennt haben wir dann doch im Gängeviertel, das auf jeden Fall ein erhaltens- und sehenswerter Ort ist. Für alle, die davon noch nix gehört haben: http://das-gaengeviertel.info/
27.3. Dienstag / Flensburg / Hafermarkt
Morgens noch ein bisschen Sightseeing mit Hafen, Hafenstraße, St. Pauli, hier insbesondere der Penny Markt, der durch eine gewisse Spiegel TV Doku bekannt sein sollte. Dann ab nach Norden: Flensburg. Hafermarkt.
Wurde uns schon in höchsten Tönen angepriesen und wir freuten uns schon sehr im Voraus darauf. Leider waren wir die einzige Band an dem Abend, was aber auch kein Problem war. Nach der sehr leckeren Vokü spielten wir vor der Bühne (wie übrigens immer außer in Mannheim, bzw. wenns gar keine gab). Das Konzert lief gut und wir waren ziemlich zufrieden. Ernst und ich am Kicker diesmal noch eine bemerkenswert schlechte Figur abgeliefert und dann lieber bleiben lassen.
28.3. Mittwoch / Hameln / Freiraum
Vollgeschaufelt mit einem wirklich exzellentem Frühstück gings dann zu einem kleinen Abstecher an die Ostsee, wo man auf
der anderen Seite die dänische Küste sehen konnte, allerdings zu krasser, kalter Wind, deswegen auch ins Auto gesetzt und aufgemacht
auf die mit ca. 4 Stunden längste Fahrt der Tour. Was ein Glück. Schont Tank und Nerven. Nun denn Hameln.
Vielleicht fragt sich der eine oder die andere, warum denn Hameln? Ich bin im Internet auf den Laden gestoßen, der ziemlich neu ist und aber auch scheinbar schon einige Konzerte gemacht hat. Außerdem waren unsere Freunde von Ruins und Hyena
vor kurzem da gewesen und er lag nahezu perfekt in der Route. Auch hier (wie bei jedem Konzert der Tour) super Essen, echt schön, wenn sich die Leute richtig Mühe geben, da freut man sich gleich riesig. Auch hier sollten wir wieder als einzige Band des Abends spielen.
Was wir auch taten, und zwar um ca. 21.30 Uhr vor ungefähr 5 Leuten. Naja. Ich mein, klar als unbekannte Band, allein, unter der Woche ist natürlich schwierig, allerdings ging das in Flensburg auch. Auch hab ich weder in dem Laden, noch im Internet mal nen Flyer gesehn.. hmm.
Egal, hatte dann trotzdem ne witzige Komponente und der Auftritt hat uns auch super Spaß gemacht.
29.3. Donnerstag / Bielefeld / AJZ
Als wir 2010 zum ersten Mal im AJZ Bielefeld waren, war ich sprachlos. Hatte ich doch was vergleichbares in der Größe auch noch nicht gesehen. Seit damals besteht Kontakt mit den Ruins (und mittlerweile auch Hyena) aus Bielefeld, was uns ja zu der besagten Split LP gebracht hat und zu vielen tollen gemeinsamen Zeiten. Entsprechend gut war die Erwartung, und die sollte nicht enttäuscht werden. In der wöchentlichen Vokü gab es dann Essen und im Anschluss spielten Souls for Sale aus Bielefeld.
Hierbei wurde ausgiebig die neue Nebelmaschine getestet, yeah :D Danach kamen wir, und auch hier lief wieder alles super. Das Highlight allerdings waren (wie schon 2010) die Pennplätze oben, Sehr erholsam in frisch bezogenen, richtigen Betten zu schlafen.
30.3. Freitag / Gießen / AK44
Nach Gießen, war es nicht weit, also blieb ausgiebig Zeit ein (wie immer) tolles Frühstück einzunehmen und danach im Per Koro Plattenladen vorbeizuschauen. Leider den Chipoti (= Dönerbrot mit Pommes, Mayo und Krautsalat) Laden nicht mehr gefunden und
dann hungrig nach Gießen gefahren. Dort allerdings mega entschädigt mit super Essen, das wohl auch etwas gesünder als Chipoti sein dürfte. An dem Abend spielten noch Ruins, Who needs Maps? und Bökanövsky, letztere beiden aus Frankreich. Man war also
ob des Wochentags und der 4 Bands guter Dinge, dass ein paar Leute kommen würden, was sich leider nicht erfüllen sollte.
Scheinbar, war die Konkurrenz von Mannheim, wo Dean Dirg und andere rund 250 Leute gezogen haben, auch in Gießen zu spüren. Ruins legten dann, aufgrund der Kickerniederlage gegen uns, los und hatten mit permanentem Feedback zu kämpfen, das allerdings
im Laufe ihres Sets aus 3 unterschiedlichen Quellen kam, und somit irgendwie nicht behoben werden konnte. Bei uns war es dann besser und unser Konzert lief sehr gut. Danach kamen Who needs Maps?, von denen ich leider nur die letzten 2 Lieder gesehen hab, was mich im
Nachhinein sehr geärgert hat. Am Schluss dann die überragenden Bökanövsky. Wahnsinn! Wieso kannte ich die davor nicht?
31.3. Samstag / Mannheim / JUZ
Letzter Tag und volles Konzertprogramm. Wir hätten eigentlich in Darmstadt gespielt, zusammen mit Trainwreck, Sugartown Cabaret und Gottesmorder. Am selbem Abend war allerdings in Mannheim schon Rise and Fall, The Secret, Oathbreaker und Man vs.Humanity geplant.
Also wurden beide zusammengelegt zu einem 8 Bandsfestival. Gute Idee! Wir spielten natürlich als erstes um ca. 18 Uhr. Entgegen den Erwartungen, waren doch einige Leute da und schauten es sich (ganz) an. Hervorzuheben ist der große Saal und dass wir zur Ausnahme mal
auf der Bühne spielten, was allerdings auch mal geil ist. Der Sound war demzufolge ordentlich dick, was unserer Musik auch zugute kam.
Einzig, im vorletzten Lied ist die Hihat zusammengebrochen, was uns etwas aus der Spur geworfen hat. Aber passiert.
Auch faszinierend, was da an Backline rumstand auf der Bühne, bzw. wie professionell das Rise and Fall Paket unterwegs war. Ich denke,
größer geht in der “AZ/Juz-Hardcore” Szene dann nicht mehr. Auf jedenfall eine sehr interessante Erfahrung, das mal mitzukriegen.
Auch lustig, dass im Bühnen-, bzw. Backstagebereich fünfsprachig geredet wurde und man irgendwann gar nicht mehr wusste, wer jetzt welche Band ist.
Tja, was bleibt als Fazit? Für eine Band unseres (geringen) Bekanntheitsgrades,kann eine Tour fast nicht besser laufen! Wir hatten keinen Day-Off, haben in überwiegend Städten gespielt, in denen wir noch nicht waren, das Essen war immer (!) grandios und auch abwechslungsreich, die Veranstalter_Innen immer sehr freundlich und lieb, die Pennplätze immer sauber und warm, die anderen Bands sehr gut und wir haben nicht draufgezahlt. An dieser Stelle dann auch vielen, vielen Dank an alle die in irgendeiner Weise beteiligt waren. Ihr seid die, ohne die gar nix gehen würde. Wir sehen uns.
Flo & Kyrest

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